Fermentieren Schritt für Schritt
Sauerkraut ist das perfekte Einsteiger-Ferment: Sie brauchen nur Weisskohl, Salz und ein Gefäss. Diese Anleitung führt Sie in klaren Schritten vom frischen Kohlkopf bis zum fertigen, sauren Kraut.
Aktualisiert: Juli 2026
Selbstgemachtes Sauerkraut braucht kaum Ausrüstung und gelingt zuverlässig, wenn Sie ein paar einfache Grundregeln beachten. Was beim Fermentieren im Detail passiert, erklären wir in Was ist Fermentieren?. Hier geht es rein um die Praxis. Für die folgende Anleitung reicht ein sauberes Gefäss, etwa ein grosses Bügelglas oder ein Fermentierglas.
Das brauchen Sie
- frischer Weisskohl (zum Beispiel 1 Kopf, etwa 1–1,5 kg)
- jodfreies Salz, ohne Rieselhilfen (rund 2 Prozent des Gemüsegewichts)
- ein Krauthobel oder ein scharfes Messer
- eine grosse Schüssel und ein Fermentierglas oder ein Gärtopf
- ein Gewicht (Glasstein) und idealerweise einen Gärverschluss
So gehen Sie vor
- Gemüse vorbereiten und hobeln: Die äusseren Blätter entfernen und ein oder zwei saubere Blätter beiseitelegen. Den Kohl vierteln, den Strunk herausschneiden und das Kraut fein hobeln. Je feiner, desto leichter tritt später die Lake aus.
- Wiegen und salzen: Das gehobelte Kraut wiegen und rund 2 Prozent Salz abwiegen. Auf 1 Kilogramm Kraut kommen also etwa 20 Gramm Salz. Salz gleichmässig über das Kraut streuen.
- Kneten und stampfen: Das gesalzene Kraut kräftig mit den Händen kneten und stampfen, bis es weich wird und deutlich Flüssigkeit austritt. Diese Lake ist entscheidend — sie soll das Kraut später vollständig bedecken. Planen Sie einige Minuten intensives Kneten ein.
- Ins Gefäss schichten: Das Kraut portionsweise in das saubere Gefäss geben und jede Lage fest hinunterdrücken, damit keine Luftblasen bleiben und die Lake nach oben steigt. Lassen Sie oben einige Zentimeter Platz.
- Beschweren und unter die Lake drücken: Ein zurückgelegtes Kohlblatt auflegen und mit einem Gewicht beschweren. Alles muss unter der Lake liegen. Tritt zu wenig Flüssigkeit aus, giessen Sie etwas 2-prozentige Salzlake nach (20 g Salz auf 1 Liter Wasser).
- Verschliessen: Das Gefäss mit Gärverschluss oder Wasserrille verschliessen. So entweichen die Gärgase, ohne dass Luft hineingelangt. Ohne Verschluss den Deckel locker auflegen und in den ersten Tagen täglich kurz Druck ablassen.
- Gären lassen: Das Gefäss bei Raumtemperatur von etwa 18 bis 22 Grad an einen lichtgeschützten Ort stellen. Nach wenigen Tagen beginnt es zu blubbern. Die Gärung dauert je nach Temperatur und Geschmack 1 bis 4 Wochen.
- Verkosten: Ab der ersten Woche regelmässig mit sauberem Besteck probieren. Sobald Säure und Geschmack Ihnen zusagen, ist das Kraut fertig. Je länger es gärt, desto saurer wird es.
- Kühl lagern: Das fertige Sauerkraut kühl stellen — im Kühlschrank oder kühlen Keller. Die Kälte bremst die Gärung fast vollständig, und das Kraut hält sich viele Monate. Achten Sie darauf, dass es weiterhin von Lake bedeckt bleibt.
Häufige Stolpersteine
Zwei Dinge entscheiden über Erfolg oder Misserfolg: genug Lake und konsequenter Luftabschluss. Ragt Kraut aus der Flüssigkeit, kann es an der Luft verderben — deshalb immer beschweren. Ein weisser, hefiger Belag (Kahmhefe) auf der Oberfläche ist harmlos und lässt sich abschöpfen. Nur bei fauligem Geruch, Schleim oder farbigem, pelzigem Schimmel sollten Sie den Ansatz entsorgen.
Passende Ausrüstung und weitere Ideen
Womit Sie starten und was Sie als Nächstes ausprobieren können:
- Fermentier-Sets im Vergleich — Glas, Gewicht und Gärverschluss im Paket
- Die besten Gärtöpfe — für grössere Mengen aus Steinzeug
- Gärtopf vs. Fermentierglas — welches Gefäss zu Ihnen passt
- Welches Gemüse eignet sich? — nach dem Sauerkraut weiter experimentieren
- Was ist Fermentieren? — die Grundlagen zum Nachlesen