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Daikon-Rettich in Würfeln zur Fermentation vorbereitet
Hygiene-Hinweis: Rettich bzw. Daikon gründlich waschen, ggf. schälen und mit sauberem Glas sowie sauberem Besteck arbeiten. Alles muss vollständig unter der Lake bleiben.
Gemüse-Rezept

Rettich und Daikon fermentieren

Vom milden Daikon-Würfel-Kimchi bis zum kräftigen Winterrettich — Rettich in allen Formen ist ein dankbares, vielseitiges Ferment.

Aktualisiert: August 2026

Daikon und die europäischen Rettich-Sorten gehören botanisch eng zusammen, unterscheiden sich aber deutlich in Schärfe, Wassergehalt und Schalenbeschaffenheit. Beide lassen sich hervorragend fermentieren — von der milden koreanischen Würfel-Variante Kkakdugi bis zum würzig-kräftigen deutschen Winterrettich-Ferment.

Daikon vs. deutscher Rettich

Daikon ist die lange, weiße, sehr wasserreiche Rettichsorte, die in der ostasiatischen Küche zentral ist. Sein Geschmack ist mild-pfeffrig, die Textur knackig-saftig. Deutscher Winterrettich oder schwarzer Rettich ist fester, dickschaliger und deutlich schärfer im rohen Zustand. Beide Sorten fermentieren nach demselben Grundprinzip, entwickeln aber unterschiedliche Endergebnisse: Daikon wird mild und rund, Winterrettich bleibt auch fermentiert würziger und kräftiger.

Vorbereitung und Zuschnitt

Für das klassische Kkakdugi-Format schneiden Sie Daikon in 1,5–2 cm große Würfel. Für schnelle Snack-Fermente eignen sich dünne Scheiben oder Sticks. Deutschen Winterrettich schälen Sie meist, da die Schale fester und bitterer ist als bei Daikon, und schneiden ihn in etwas kleinere Stücke, damit die Lake trotz der festeren Struktur gut eindringt.

Zwei Methoden: Trocken-Salzen oder Lake

Daikon gibt beim Salzen gut eigene Flüssigkeit ab: Würfel mit 2% Salz (bezogen auf das Gewicht) vermengen, 20–30 Minuten ziehen lassen, dann samt austretender Flüssigkeit ins Glas füllen — reicht die Eigenflüssigkeit nicht, um alles zu bedecken, mit zusätzlicher 2-prozentiger Salzlake auffüllen. Fester Winterrettich gibt weniger eigene Flüssigkeit ab und wird meist direkt in eine separat angesetzte Salzlake (20 g Salz pro Liter Wasser) eingelegt.

Kkakdugi: das koreanische Grundrezept

Für 1 Glas: 600 g Daikon (gewürfelt), 12 g Salz, 1 Bund Frühlingszwiebeln (in Ringen), 3 Knoblauchzehen (gehackt), 1 daumengroßes Stück Ingwer (gerieben), 2–3 EL Gochugaru (koreanisches Chilipulver, je nach Schärfewunsch), 1 TL Zucker. Daikon-Würfel mit Salz vermengen, 20 Minuten ziehen lassen. Restliche Zutaten zu einer Paste verrühren, mit dem abgetropften Daikon vermengen. Fest ins Glas drücken, beschweren, Gärverschluss zu. Bei 18–22 °C 3–5 Tage anfermentieren, danach im Kühlschrank weiterreifen lassen.

Warum sich die Farbe verändert

Bei mit Gochugaru gewürztem Daikon-Kimchi färbt sich die weiße Oberfläche im Lauf der Gärung rötlich — das ist die reine Farbabgabe der Chilipaste und kein Anzeichen von Verderb. Bei unwürzigem Rettich-Ferment kann sich die Lake leicht trüben, was ebenfalls normal ist. Ein pelziger, bunter Belag oder fauliger Geruch wären dagegen echte Warnsignale, wie unser Ratgeber Schimmel vs. Kahmhefe erkennen beschreibt.

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Winterrettich-Variante

Schwarzen oder weißen Winterrettich schälen, in kleine Würfel oder Scheiben schneiden, in 2-prozentiger Salzlake mit Lorbeerblatt, Pfefferkörnern und optional Kümmel ansetzen. Die kräftige Schärfe braucht meist etwas länger, um sich zu runden — rechnen Sie mit 2–3 Wochen bei Zimmertemperatur, bis der Geschmack ausgewogen ist. Winterrettich ist dabei deutlich lagerfähiger als Daikon und eignet sich gut für größere Ansätze im Gärtopf.

Verwendung im Alltag

Kkakdugi ist klassisch eine Beilage zu koreanischen Suppen und gebratenem Reis. Fermentiertes Daikon in Scheiben passt auch europäisch zu Bowls, Sandwiches oder als knackige Beilage zu Gegrilltem. Winterrettich-Ferment eignet sich gut als würzige Ergänzung zu deftigen Wintergerichten, ähnlich wie Sauerkraut.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rettich und Daikon?
Daikon ist eine spezielle, meist milde und sehr wasserreiche Rettichsorte aus Ostasien mit langer, weißer Wurzel. Deutscher Winterrettich oder schwarzer Rettich ist fester, oft schärfer und dickschaliger. Fermentationstechnisch verhalten sie sich ähnlich, unterscheiden sich aber im Endergebnis: Daikon wird milder und knackiger, Winterrettich bleibt würziger und kräftiger.
Muss ich Daikon vor dem Fermentieren schälen?
Bei jungem, zartem Daikon ist Schälen optional — die Schale ist dünn und mild. Bei älterem oder größerem Daikon sowie bei deutschem Winterrettich mit dickerer, festerer Schale lohnt sich das Schälen, damit die Lake gleichmäßiger eindringt und die Textur angenehmer wird.
Wie lange hält fermentierter Rettich?
Im Kühlschrank, gut verschlossen, unter Lake und mit sauberem Besteck entnommen, hält fermentierter Rettich mehrere Wochen bis wenige Monate. Die Textur bleibt am längsten knackig, wenn die Fermentationstemperatur kühl gehalten wurde und frisches, festes Ausgangsgemüse verwendet wurde.
Warum färbt sich mein Daikon-Kimchi rötlich?
Das ist normal und stammt vom Gochugaru (koreanisches Chilipulver), das die Oberfläche des weißen Daikons einfärbt. Es handelt sich um eine reine Farbabgabe der Gewürzpaste, kein Anzeichen von Verderb. Warnsignale wären stattdessen fauliger Geruch oder ein pelziger, unregelmäßiger Belag.
Kann ich schwarzen Winterrettich genauso fermentieren wie Daikon?
Ja, das Grundprinzip ist identisch: schälen, schneiden, salzen bzw. in Lake einlegen. Schwarzer Winterrettich ist deutlich schärfer und fester als Daikon, braucht deshalb oft etwas längere Gärzeit, um milder zu werden, und profitiert von kleineren Stückgrößen für eine gleichmäßigere Durchgärung.
Wird Rettich beim Fermentieren milder?
In der Regel ja. Die scharfen Senföle, die rohem Rettich seine Schärfe geben, werden während der Milchsäuregärung teilweise abgebaut. Das Ergebnis ist meist runder und milder im Geschmack, bei Daikon besonders ausgeprägt, bei kräftigem Winterrettich etwas weniger.

Passende Ausrüstung für größere Mengen

Ein Gärtopf mit Wasserrille eignet sich gut für größere Rettich-Chargen, ein Fermentierglas für kleine Portionen wie Kkakdugi.

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